In seinem neuesten Roman stellt sich Jean-Philippe de Tonnac vor, wie sich eine stille Menschenmenge auf den Weg nach Rarogne macht, wo, an die Kirche geschmiegt und mit Blick auf das Rhonetal, Rilkes Leichnam ruht. Anlässlich seines bevorstehenden hundertsten Todestages haben seine Leser den Wunsch geäußert, den Dichter mit dieser Pilgerreise zu ehren. Zu der Schar der Gläubigen gesellten sich – was umso überraschender ist – auch Rilkes Nahe stehende, seine geliebten Frauen: Paula Modersohn-Becker, Lou Andreas-Salomé und ihr Lebensgefährte Carl Friedrich Andreas, Marina Zwetajewa, Magda von Hattingberg, aber auch Franz Xaver Kappus, der „junge Dichter“, Hugo von Hofmannsthal, Leonid Pasternak, Auguste Rodin, Paul Valéry.... Auf dem Weg zum Grab begegnen sich die Verstorbenen und erzählen einander: Welchen Rilke haben sie gekannt? So viele Gelegenheiten für den Leser, in seine Intimität einzutauchen.
Jean-Philippe de Tonnac ist Autor von rund dreißig Büchern, darunter „Ein Sommer bei Umberto Eco“ (Grasset), „Die mineralische Zeit der Heilung“ (Actes sud) und „Der Kreis der Heilerinnen“ ( Guy Trédaniel). Sein Roman „Azyme“ ( Actes sud) wurde mit dem Preis „Écritures et spiritualités“ ausgezeichnet.
Fondation Rilke, Sierre. Freier Eintritt nach vorheriger Anmeldung (info@fondationrilke.ch).
