Baladine Klossowska war Malerin, geschieden und Mutter von zwei Söhnen – der jüngere sollte später unter dem Namen Balthus berühmt werden –, als sie 1919 Rainer Maria Rilke wieder traf. Sie hatten sich in Paris kaum kennengelernt. Was damals entstand, prägte die letzten Lebensjahre des Dichters: Sie war es, die 1921 das Château de Muzot oberhalb des Rhonetals entdeckte, jenen Turm, in dem er im Februar 1922 die Duineser Elegien vollendete und die Sonette an Orpheus schrieb. In seinen Briefen nannte er sie „Merline“.
Es war eine Liebe, die er zugleich brauchte und fürchtete – eine Nähe, die ihn trug und vor der er in die Einsamkeit floh. In „Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe. Rilkes letzte Geliebte“ („Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe. Rilkes letzte Geliebte“, Pfaueninsel, 2026) verfolgt Julia Franck diese Geschichte anhand ihres Briefwechsels, von den ersten gemeinsamen Monaten bis zu dem Brief, den Rilke ihr kurz vor seinem Tod schrieb. Ein Buch über eine weibliche Obsession, über die Spannung zwischen Bindung und Unabhängigkeit – und über den Preis, den Rilkes Werk forderte.
Julia Franck, 1970 in Ostberlin geboren, zählt zu den prägenden Stimmen der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur. Für „Die Frau am Mittag“ wurde sie 2007 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet; ihre Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt.
Im Anschluss an die Lesung wird Julia Francks ein Gespräch mit Philippe Imwinkelried, dem Co-Direktor der „ Fondation Rilke “, führen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Eine Zusammenarbeit zwischen der „ Fondation Rilke “ und Schloss Leuk
