Rilke-Festival 2026
28.08.2026
20:39

Rilke-Festival 2026

Ein Festival – vier Veranstaltungsorte

Rilke 2.0

Nur wenige Menschen wurden so sehr von der Suche nach dem richtigen Ort angetrieben wie Rainer Maria Rilke. Seine Vorstellung, dass sein Lebenswerk nur an dem Ort verwirklicht werden könne, der ihm am besten zusäße, führte ihn in den letzten Jahren seines Lebens in die Schweiz und quer durch das Land. Vom Schloss Muzot oberhalb von Sierre im Wallis aus, wo er sich 1921 niederlassen konnte, unternahm er noch zahlreiche Expeditionen und Reisen. Im Dezember 1922 schrieb er von dort aus an Ilse Jahr: „Wer weiß, wer ich bin? Ich wandle und wandle mich.“

Der Wandel – im Sinne von Bewegung wie auch von Verwandlung – erinnert an ein Lebensprinzip, das uns in der heutigen hektischen Welt mehr denn je mit dem großen Lyriker verbindet. Seine präzise Wahrnehmung schwankt zwischen Schönheit, Verfall, Vergänglichkeit und Erhabenheit. Er erforscht die explosive Kraft der Poesie, die zwar keine vorgefertigten Antworten auf die Erfahrungen des Alltags und des Vergänglichen sowie auf die existenziellen Fragen des Werdens und des Vergehens liefert, für diese jedoch einen Ausdruck findet, der bis heute nichts von seiner Tragweite eingebüßt hat.

Rilke stellt einen Zusammenhang zwischen äußeren und inneren Gegebenheiten her. Die Landschaftsbeschreibungen in seinem umfangreichen Briefwechsel sind ebenso berühmt geworden wie seine Bezüge zur Landschaft in der Lyrik. Zweifellos ist unser heutiges Verständnis von Landschaft von Rilke geprägt. Orte wie Soglio, Winterthur, Berg am Irchel, Locarno, Muralto, Minusio, Ascona, Sierre, Muzot und Rarogne tragen seine Spuren. Orte und Landschaften werden zu einem Universum. Als durch und durch nicht-touristischer Reisender erweitert Rilke unsere Sicht auf den Raum, die Stadt und die Landschaft, auf weite Flächen und Enge.

Andererseits ist sein Einfluss auf die Musik unserer Zeit, die Literatur und die ästhetische Wahrnehmung der Landschaft nach wie vor ungebrochen. Rilkes Gedichte stellen uns vor eine Herausforderung: „Du musst dein Leben ändern.“ Die Begegnung mit dem Schönen regt uns dazu an, achtsam zu handeln. Doch kann die Poesie die Welt verändern und uns selbst verändern? Wie machen sich die Komponisten und Autoren unserer Zeit die Impulse Rilkes zu eigen?

Weitere Informationen:

https://festival-rilke.ch/fr

Entdecken Sie weitere Veranstaltungen

No items found.
"HiERSEIN IST HERRLICH."
Rainer Maria Rilke
Unsere Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.